Im nördlichen Uganda konnte man früher an den Straßenrändern die Meilensteine nach Juba sehen, als Zeichen einer Zeit, wo Reisen in den Sudan noch möglich war. Dann kam der Krieg im Südsudan und die Unruhen in Norduganda.

Heute wirbt Air Uganda kräftig mit Flügen nach Juba (Südsudan). Dies wollten wir nun ausnutzen, wären da die Terrorwarnungen der US Botschaft nicht gewesen. Durch wieder aufflammende Unruhen im Südsudan bzw. Terroraktivitäten in den Nachbarländern wurde vor Anschlägen auf genau diese Flugstrecke mit Air Uganda gewarnt.

Nach eingehenden Recherchen, wagten wir Anfang Februar 2010 das Abenteuer vom grünen Uganda ins trockene, staubige und heiße Juba. Zuvor musste noch das Visum beim “Government of Southern Sudan” (GOSS) in Kampala geholt werden, etwas aufwändig, mit Vorstellungsschreiben der Organisation, Einzahlung der Visagebühr in der Bank, Vollmacht, Pass und Passfotos.

Der Flug mit Air Uganda war äußerst angenehm. Endlich angekommen in Juba hatten wir nur noch den Gedanken an “Wasser” im Kopf. Unsere Gastgeber, die Patres der Comboni Missonare, sprachen von 50 Grad Hitze am Vortag!

Erste Überraschung: Das Wasser in Plastikflaschen kam aus Uganda. Und bald wunderten wir uns nicht mehr, denn so ziemlich alle Gebrauchsartikel und Lebensmittel, quasi von Zwiebeln bis zu Backsteinen, kamen aus Uganda.

Die Stadt befindet sich im Bauboom, breite Straßen werden angelegt, geteert, Kreisverkehre gebaut. Doch die Stadt mit den wenigen Shops und ein paar Banken wirkte sehr übersichtlich. Das Warenangebot erinnerte mich an Uganda Mitte der 80-er Jahre. Mein Versuch Kunsthandwerk zu erwerben scheiterte kläglich. Alles was zu Finden war, war Schmuck aus Uganda. Am Rand des Marktes entdeckten wir gar eine “Ugandan School”. Allerdings gibt es ein paar teure Hotels und Restaurants, doch auch in der Pizzeria konnten wir der Hitze nicht wirklich entkommen.  An den Straßenrändern war überall Müll.

Vor dem Fotografieren wurden wir des Öfteren gewarnt. Überall Polizei und Militär. Schließlich stehen die Wahlen im März 2010 an, im Jahr 2011 soll dann in einem Referendum geklärt werden, ob der Südsudan ein unabhängiger Staat werden wird.

Wir blieben 2 heiße Nächte, um Mitternacht hatten wir draußen immer noch  kaum Kühlung gefunden. Unsere Freunde schafften die Betten vor`s Haus und schliefen im Hof.

Wir freuten uns wieder auf Uganda. Der Abflug bescherte uns nochmals Gebühren, anscheinend hätten wir uns registrieren müssen, (doch wir reisten ja im Zeitlimit der 3 Tage wieder ab) schließlich bezahlte fast jeder die Ausreisegebühr von 40 U$, dazu die Kopiergebühr für unsere Unterlagen! Und wieder viel Hitze. Interessanterweise wurde zwar das aufzugebende Gepäck grob durchsucht, das Handgepäck aber gar nicht. Wir dachten an die Terrorwarnung….

Endlich wieder im Flieger, bald vertrautes Grün unter uns. Die Landung in Entebbe: Kein Staub mehr, erträgliche Wärme, saubere Straßen, ein freundlicher Taxifahrer. Wir waren uns einig: Welcome at Home in Uganda!

Manchmal ist es ganz gut Uganda`s Nachbarländer zu besuchen!

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