Ich bin mit dem Fahrrad unterwegs zur Schüler Brass-Band, die ihren „Proberaum“ mitten im Nirgendwo hat. Kurz vor Erreichen des Ziels steht plötzlich ein Mann neben mir und hält einen Igel in Händen. Völlig ertstaunt einen Igel hier in Uganda zu sehen halte ich an. Der Igel ist tot und ich soll ihn kaufen. Ich lehne ab und fahre weiter,
aber er läuft, noch immer den Igel anpreisend, neben mir her. Plötzlich greift er nach meiner Sonnenbrille, die ich auf dem Kopf trage und setzt sie sich auf.

Eine Weile läuft er lachend weiter neben mir her, dann verschwindet er im Gelände. „Dumm gelaufen“, denke ich und habe in Gedanken die 5 € Brille bereits abgeschrieben.
Doch als ich die Band erreiche ist der Sicherheitschef meines Projektes, der in der Nähe wohnt und mich gestern erstmals zu diesem Platz begleitet hat, bereits informiert. Er macht sich auf den Dieb zu suchen.
Nach einiger Zeit erscheint er wieder und nimmt mich mit zum „Tatort“. Dort sitzt der
betrunkene Dieb umringt von einer entrüsteten Menge und streitet alles ab. „Er muss
bestraft werden“, ist die einhellige Meinung und als jemand mit einem Strick auftaucht wird
mir schon ganz mulmig. Mein Beschützer schickt mich zurück zur Band und da ich im
Vorbereitungskurs gelernt habe mich von Menschenansammlungen fern zu halten, ist es
mir ganz recht.
Als die Probe zu Ende ist werde ich wieder zur Straße begleitet. Von weitem sehe ich noch
immer eine größere Gruppe und mir schwant schon schlimmes. Erleichtert registriere ich
dann, dass der Dieb scheinbar unbeschadet inzwischen von einem Poizisten bewacht
wird. Meine Phantasie war wohl doch ein wenig zu wild. Aber die Nachbarschaft möchte
ein Zeichen setzten und nicht dulden, dass Besucher in irgendeiner Form behelligt werden, also hat mein Beschützer die Polizei gerufen. Erst später erfahre ich, dass ich für den Transport der Polizisten mit dem Motorroller aufzukommen habe. Der Dieb wird aufs Boda gepackt, wir radeln die ca.10 km zur Polizeistation. Dort wird dann das Protokoll erstellt, eine etwas langwierige Angelegenheit. Aber es wird nicht langweilig. Zwischendurch erscheint ein blutüberströmter Mann mit einer größeren Wunde am Kopf in der Tür. Seine Frau hat ihm mit einem Backstein zugesetzt. Damit die Frau abgeholt werden kann, wird auch er erst mal zur Kasse für den Transport gebeten. Je weiter entfernt der Tatort, umso teurer der Polizeieinsatz.

Polizeistation

Polizeistation

 

Polizeistation

This article has 1 comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.