Kürzlich war ich mit einer Gruppe in Uganda unterwegs, mit Stopover in Lira. Unterkunft in einem neuen Hotel, alles wie poliert glänzend und das Beste: An der Rezeption wurde uns erklärt, dass die Hotelgäste das Internet des Hauses kostenlos und rund um die Uhr nutzen dürften.

Da ich meist im ländlichen Uganda unterwegs bin, war das echt ein super Angebot. Also, Nachts noch schnell die mails erledigen….

Doch so einfach gestaltete sich die Sache nicht. Die PC´s waren erst mal vom Hotelpersonal belegt, alle mit Spielen beschäftigt. O.k.,  nach einer Weile Warten räumte auch die erste Gruppe einen PC. Ich konnte kein Internet finden. In der folgenden Stunde versuchte ich auch die anderen 3 Computer, nichts ging, auch das herbeigeholte Personal kannte sich nicht aus. Nun wunderte ich mich auch nicht mehr, warum die Mitarbeiter spielten und nicht im Internet unterwegs waren.

Unterstützung kam von einem  IT-Experten aus unserer Reisegruppe. Er konnte schon mal feststellen, dass am ersten PC der Internetexplorer gelöscht war und die anderen Computer so verstellt waren, dass alles hing. Nach seinem Einsatz funktionierten die Computer wenigstens so lange bis die mails erledigt waren.

Das zum Thema “Hotel mit Internet”.

Am nächsten Abend ging dann zwar wieder kein Internet, doch da die PC´s im Schulungsraum des Hotels standen, nahm ich quasi an einer Mitarbeiterfortbildung teil. Zunächst erklärte der Redner: “Der Gast hat zunächst mal recht”. So schöpfte ich schon mal Hoffnung, dass sich der Service etwas verbessern würde. Allerdings am nächsten Tag wurden Schlüssel der Gäste nicht gefunden, diese versicherten die Schlüssel abgegeben zu haben und das Personal blieb hartnäckig, die Schlüssel seien mitgenommen worden. Also doch noch mehr Schulungsbedarf…

Doch das war nicht alles: “Nicht die Regierung sei an allem Schuld” wurde nun gelehrt. Denn auch die Menschen und andere Umstände hätten manchmal etwas damit zu tun,  wenn Ernten ausfielen, wenn Hotels schließen müssen,..

Auch dies fand ich einen hoffnungsvollen Unterricht, da in der Tat zur Zeit viel über die Regierung geschimpft wird, manchmal zu Recht, aber oftmals könnte die Lösung auch von den Betroffenen gefunden werden.

Schließlich kam unser letztes Frühstück in Lira, ungetoastetes Weißbrot mit Dosenmarmelade und Nescafé, so wie es das eben überall in Ugandas teuren und billigen Hotels gibt. Unser deutscher Gastgeber hatte darauf bestanden, dass wir “richtigen” Kaffee bekommen sollen, so wurde auch jeden Morgen die Kaffeemaschine herbei getragen. Doch bei dem Gedanken, wie lange es wohl dauern würde, bis diese 20 Tassen Kaffee produziert hätte, vermied ich ein Nachfragen. Auch der Toaster wurde manchmal hergetragen, stets als wir fast fertig mit Frühstücken waren, sonst wäre er sicher auch durchgebrannt (wie bei der letzten Reise in einem anderen Hotel).

Unsere Reise führte weiter über Soroti Richtung Mbale. Dort gibt es ein kleines Projekt, das Salem Kinderdorf, mit Gästehaus. Oh Wunder: Aufgebrühter Kaffee, selbstgebackenes Brot, Ananasmarmelade selbst gemacht, Joghurt, Müsli, Obst, Tomatenscheiben zu den Eiern….

Ein Gefühl wie im Paradies.

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