“Walk zu work”, also das Auto stehen lassen und zu Fuß zur Arbeit gehen um friedlich gegen die allgegenwärtigen Preissteigerungen zu protestieren, das klingt wie eine gute Idee. Doch wie friedlich können Demonstrationen in Uganda verlaufen, zumal wenn dazu von Ugandas Opposition, die gerade im Februar die Wahl verloren hat, aufgerufen wird?

Sowohl Kizza Besigye (Forum for Democratic Change, FDC) als auch Olara Otunnu (Uganda Peoples Congress, UPC) und Norbert Mao (Democtatic Party, DP) hatten die Bevölkerung dazu aufgerufen zu demonstrieren. Schon merkwürdig, aber vor der Wahl kam kein so einheitliches Bündnis zustande, die Interparty Coalition zerbrach schon im Vorfeld der Wahlen.

Kein Wunder dass die Regierung den Verdacht hegt, es handle sich um Volksaufwiegelung und Unruhestiftung. Erfahrungen zeigen, dass seither Proteste fast immer eskaliert sind und mit Toten endeten, so friedfertig sich die Organisatoren auch gaben. Ob es um den Erhalt der Tropenwälder in Mabira ging, wo Menschen starben, oder um die Proteste des bugandischen Königs, der zu einer Jugendveranstaltung in einem angrenzenden Königreich wollte um seine Macht zu demonstrieren, ganz zu Schweigen von Studentenprotesten, immer endeten sie mit Gewalt.

Die Regierung versucht die Proteste zu unterbinden, leider geht das auch nicht gewaltfrei. Die Bilanz bisher: Ein Toter und 14 Verletzte und kein Ende in Sicht. “Was in Ägypten und Libyen möglich sei, könne auch in Uganda geschehen” zitiert die Zeitung “taz” einen Anhänger der Protestaktionen.

Schade eigentlich, denn es wäre gut die Ursachen der Preissteigerungen zu erklären: Der Ugandaschilling verliert an Wert, war der Wechselkurs im Januar noch 2920 UGX für 1 Euro, bekommt man jetzt ca. 3.400 UGX. Dementsprechend steigen die Preise aber nicht die Löhne. Die Benzin- und Dieselpreise steigen weltweit, nicht nur in Uganda. Außerdem ist in Uganda jetzt Regenzeit, die Vorräte gehen regelmäßig in diesen Monaten zu Ende, die Ernte wird erst Mitte des Jahres erwartet.

Doch auch schade, dass die Regierung so rigoros vorgeht. Anstatt auf “Stand by” für Sicherheit zu sorgen, werden Tränengas und Waffen eingesetzt. Die Beliebtheit der NRM Regierung wird dadurch nicht gerade gefördert.

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