Angekommen am Fuße des Mount Kadam, reizte uns dessen Besteigung. Doch ohne die Kontakte der Mission wäre dies wohl kaum möglich gewesen. Gemeinsam mit Fr. Henry, dem Pfarrer aus Nakapiripirit, fuhren wir ein paar Dörfer weiter und trafen auch schon Dominik L., der uns auf den Berg führen sollte.

Auf dem Mount Kadam

Auf dem Mount Kadam ©J. Ehrler

Doch die Verhandlung mit dem potentiellen Bergführer gestaltete sich schwieriger als gedacht. Nach langer Diskussion erfuhren wir, dass Dominik gerade von einer 4-tägigen Tour zurückgekommen war. Er hatte die Mitarbeiter des Gesundheitszentrums zu einer Impfaktion in den entlegenen Dörfern und Gehöften auf den Berg geführt. Wir konnten gut verstehen, dass er nicht schon wieder auf den Berg wollte; zumal es sehr anstrengend war, da es fast täglich regnete.

Doch so ganz ohne Bergbesteigen wollten wir auch nicht abreisen.

Als wir erzählten wir seien Freude von Father Pfaff, der in den 90-er Jahren Pfarrer in Nakapiripirit war, erzielten wir den Durchbruch. Wenn immer wir den Namen des Pfarrers erwähnten, strahlten die Leute, so gut war er noch in Erinnerung. „Ah der hat uns eine Schule auf dem Berg gebaut”, erzählten die Bergbewohner.

Wir einigten uns, dass wir an einem Tag aufsteigen, in einer Höhle übernachten und am nächsten Tag wieder zurückkommen würden.

Irgendwann ging es dann los, nachdem Dominik noch zwei Träger organisiert hatte.

Einer war sein Sohn, er hieß Nelson Mandela weil er genau an dem Tag, zu der Stunde, zu der Minute, als Nelson Mandela in Südafrika aus dem Gefängnis entlassen wurde, geboren wurde.

Zum Teil war der Aufstieg sehr anstrengend da auch die Wege nass und rutschig waren, und bei den “Abkürzungen” mussten wir uns voll durch das Dickicht kämpfen.

Immer wieder jedoch entschädigten uns die Ausblicke auf Wasserfälle, schroffe Felswände und auf die Ebene von Karamoja.

Gegen Abend erreichten wir die Höhle zum Übernachten. Obwohl es eigentlich nur ein Felsvorsprung war bot sie genügend Schutz auch als Regen einsetzte. Am wärmenden Feuer kochten wir unser Essen.

Plötzlich klingelte mein Handy. Es war mein Sohn in Kampala, er wollte wissen wie es uns ging. In Nakapiripirit hatten uns die Leute schon erzählt dass ein Blitz in den Sendemast bei Tokora eigeschlagen hätte und es keine Handyverbindung nach draußen mehr gab. Nach diesem einen Anruf ging auch nichts mehr. Es muss irgendwie an der Höhle gelegen haben und wir überlegten ob die modernen Höhlenmenschen nur in ihren Höhlen Handyanrufe empfangen konnten.

Nach dem Frühstück am nächsten Tag zogen wir weiter und es ging eine steile Felswand hinunter. Gott sei Dank, war sie einigermaßen trocken, sonst wäre die Rutschgefahr zu groß gewesen.

Danach kamen wir in einen Wald, der aber ziemlich ausgelichtet war. Wir trafen auch auf Menschen und einer war hoch oben in den Bäumen. Er erntete die jungen Blätter an den Trieben. „Mera“ nennen sie die oder „Kat“. Die Blätter werden von Somali in Karinga abgeholt und diese transportieren sie bis in die Arabischen Staaten.

Fünfhundert Ugandashilling pro Kilo bekommen sie dafür (ca. 16 Eurocent), aber in Nakapiripirit kosten sie schon das Doppelte.

Unter den Bäumen pflanzen die Leute Bohnen und Mais.

Es wurde düster und ein Gewitter zog auf, doch wir kamen noch rechtzeitig wieder unten an.

Wir besichtigen noch die Wasserversorgung die von einem Bergbach gespeist wird, und an der Straße entlang durch Zapfstellen die Menschen versorgt.

Ein Gesundheitszentrum gibt es noch in Karinga sonst ist von Entwicklung nicht viel zu sehen.

Wichtig ist jedoch, dass die Karamojong und die Kadam friedlich miteinander leben.

Fr. Henry hat nun Pläne ein Kindergarten sowie später eine Schule zu bauen.

Ich hoffe dass die Straße bald repariert wird, so dass ich bei nächster Gelegenheit nochmals zum Mount Kadam fahren kann.

Nach einer Slalomfahrt zwischen steckengebliebenen Lastwagen erreichten wir nach 6 Stunden Mbale.

Alles in allem hat die Tour Spaß gemacht und ich hoffe wieder mal nach Nakapiripirit zu kommen.

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