Uganda gilt als Vorbild in der Bekämpfung von HIV/Aids. Doch der Erfolg der vergangenen Jahrzehnte scheint nicht ewig zu halten. Die Prävalenz der Erkrankungsfälle steigt wieder leicht an; trotz vieler Geber, vor allem den USA. Bereits in den 80-er Jahren wurden die ersten Fälle der Aids-Erkrankung in Uganda festgestellt, “Slim disease” genannt. Schon 1987 begann ein nationales Aufklärungsprogramm. Dennoch stieg die Rate der HIV-positiven Menschen weiterhin an, mit Spitzenwerten von ca. 30 % der erwachsenen Bevölkerung  in den 90-er Jahren. Seit der Jahrtausendwende gilt Uganda als Musterland was die Bekämpfung der Pandemie betrifft. Laut UNICEF waren 2007 nur noch 5,4 % der erwachsenen Bevölkerung (15 – 49 Jahren) HIV-positiv. Zum Erfolg führte vor allem die sog. “ABC-Methode”, also die Enthaltsamkeit (A = abstain), die Treue (B = be faithful) und C steht  für das Kondom. Gerade das “C” wird in letzter Zeit heftig umstritten. Kommt doch ein Großteil der Gelder für die HIV-Programme aus den USA, dort gilt die Enthaltsamkeit als wichtigstes Ziel.

Des weiteren scheinen die Menschen nicht mehr sehr an den Aufklärungsplakaten interessiert zu sein. Die Möglichkeit zur Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten lässt viele die Krankheit nicht mehr so ernst nehmen. Ein weiteres Phänomen ist, dass sich immer mehr verheiratete Menschen, die sich ab und zu einen anderen Partner suchen, mit dem Virus anstecken. Dabei sind Männer wohl öfters untreu als Frauen. Doch diese wurden bisher mit den Aufklärungskampagnen kaum erreicht. Dies sollte sich schleunigst ändern, denn die Frauen wurden lange genug als Zielgruppe gesehen, das Sagen aber haben die Männer.

Doch bei allen kritischen Stimmen sollte man auch die vielen Initiativen sehen, die mit sehr viel Erfolg die Ausbreitung der Erkrankung reduzieren, so z.B. junge Menschen, die sich in Clubs organisieren und sich mit Altersgenossen austauschen. Schließlich hat Uganda trotz des weltweit beeindruckenden Rückgangs der HIV-Infizierten immerhin 2 Mio Aids Waisen.

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