Im sonst so friedlichen Uganda kam es im September 09,  für die meisten doch sehr überraschend, zu Unruhen.

Die Bilanz: 14 Tote, hunderte Verletzte, 30 ausgebrannte Autos, zerstörte Polizeistationen, und eine Stimmung, die Grund zur Besorgnis gibt, vor allem im Hinblick auf die nächsten Präsidentschaftswahlen 2011. Der Anlass scheint so gering, wie so oft, wenn der Funke zum Feuer entfacht: Unter der Präsidentschaft Musevenis wurden den Königen wieder traditionelle Rollen zugestanden, so wurde auch Bugandas König wieder eingesetzt.

Doch in letzter Zeit wünschen immer mehr kleine Monarchen ihr eigenes Königreich, so auch die Banyala in Kayunga. Die Regierung hat Ähnliches immer wieder ermöglicht, v.a. durch die Schaffung von neuen Distrikten, was wiederum Wählerstimmen bringen kann.

Als nun der Premierminister des Königreichs Buganda zur Eröffnung einer Jugendfeier nach Kayunga reisen wollte, verweigerte Ugandas Regierung die Einreise, Grund: Sicherheitsbedenken.

Buganga ließ sich dies nicht bieten, agitierte im Radio und ließ den Vertreter des Königreichs fahren. Dies reichte schließlich als Grund für Demonstrationen, die schnell eskalierten.

Was steckt dahinter? Eine “Nichtkommunikation” zwischen dem König von Buganda und dem Präsidenten, Einmischung der Opposition und damit Politisierung des Königreiches und schließlich eine Landgesetzgebung aus den Zeiten der Engländer, die den Baganda viele Vorteile gab. Dies wiederum möchte die Regierung jetzt zumindest teilweise revidieren. Doch gerade das hat nun zum Hass auf andere Ethnien, vor allem auf Westugander geführt.

Warum aber während der Unruhen z. B. Frauen in Hosen oder Immigranten aus Ruanda angegriffen wurden und Menschen zur Abgabe von Strassengebühren gezwungen wurden, hat mit dem ursprünglichen Konflikt nicht allzu viel zu tun. Es zeigt aber wie schnell ein kleiner Anlass genügt um Gewalt aufkommen zu lassen. Dies zu kontrollieren ist nicht einfach. Im September war nach 2 Tagen wieder Ruhe, die Kommunikation kam in Gang; so hoffen wir mal auf einen friedlichen Wahlkampf 2011.

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