Berufliche Bildung in Uganda

In Uganda beträgt das durchschnittliche Alter 15,8 Jahre, immerhin leicht nach oben gerückt von zuvor 15 Jahren. Für die Regierung, aber v.a. für die Eltern bzw. die Jugendlichen selber, stellt es eine immense Herausforderung dar, die jungen Menschen in einen Job zu bringen.

Die Bildungsorientierung ist hoch. Wer es sich irgendwie leisten kann, schickt die Kinder zur Schule, möglichst sogar in Privatschulen. Die Hoffnung, dass das eigene Kind es einmal besser haben soll, ist groß. Bis der junge Mensch dann die Klasse 11 (Ordinary Level, entspricht ungefähr unserer Mittleren Reife) oder gar das sog. „Advanced Level“ (Abitur) nach weiteren zwei Jahren erreicht hat, haben die Familien Unmengen an Geld ausgegeben, oft ein Vielfaches des eigenen Einkommens. Die Großfamilie unterstützt, aber es bleibt auch die Erwartung deren Nachwuchs zu unterstützen.

Geld verdienen geht am besten mit einem sog. „White Collar Job“ also mit dem weißen Kragen, das ist die gängige Meinung in Uganda. Die Kolonialbeamten haben es so vorgemacht. So wollen die meisten jungen Menschen auch studieren. Studiengebühren betragen ungefähr 500,– Euro pro Semester, der gleiche Betrag wird nochmals benötigt um Wohnraum und Essen zu finanzieren.

Als Alternative gibt es die technische Ausbildung. Dies wird sogar von der Regierung gefördert. Allerdings werden diese Jobs als sog. „Blue Collar Jobs“ von den jungen Leuten und deren Familien nicht so geschätzt. Jedoch winken auch hier „Chefposten“, denn mit gründlicher Ausbildung kann man, wie auch bei uns in Deutschland, einen gut laufenden Betrieb eröffnen oder eine gute Anstellung erlangen.

Arten der technischen Ausbildung:

Polytechnische Schule bildet Handwerker aus
  • Anlernen bei einem Handwerker: Das ist die einfachste Art der Ausbildung, hier finden auch Schulabbrecher eine Möglichkeit in einen Beruf zu finden. der Fachmann nimmt den Lehrling zu sich, die Eltern bezahlen Lehrgeld, es gibt keine Berufsschule, keinen Abschluss, die Länge der Ausbildung ist flexibel.
  • Kurze Kurse bei Handwerkern: ebenfalls ungeregelt ist eine kurze Ausbildung beim Handwerker. Manche Schreiner u.a. bieten Kurse an, junge Menschen zahlen dafür und erlernen ihr Handwerk. Die ist oftmals sehr effektiv, so lernen junge Menschen in wenigen Wochen oder Monaten z. B. die Herstellung von einfachen Sandalen, oder das Backen von Hochzeitstorten oder Chapatis herstellen, schneidern, PC-Kenntnisse, Pilze züchten….
  • Vocational Training: Zumeist nach der 4. Oberschulklasse kann eine technische Schule besucht werden. In ein bis zwei Jahren werden junge Menschen zu Schreinern, Malern, Landwirten, Schneidern…. Ausgebildet
  • Polytechnische Schule: Nach dem sog. „O-Level“ kann die Polytechnische Schule besucht werden. Die Noten sollten relativ gut sein, zumindest sollte der junge Mensch in Mathe, Physik und Wirtschaft bestanden haben. Die Ausbildung geht meist über zwei Jahre. Erlernt werden kann eine Vielzahl von technischen Berufen, z. B. Schreiner, Elektriker, Installateur, Mechaniker, Schneider, Maurer, Maler, Koch u.a. Die Ausbildung beinhaltet theoretische und praktische Anteile, der Abschluss (Craft Certificate I) ist anerkannt. Teilweise können schon Jugendliche nach dem Abschluss in der 7. Klasse auf die technische Schule wechseln und dort ihr O-Level erlangen. Weiterqualifizierungen bis zum Craft Certificate II (Abitur) und Studium im technischen Bereich (z. B. Ingenieur, Wasser-Ingenieur…) sind möglich. Alternativ zum Studium kann nach dem Abitur auf einem College ein Diplom oder höheres Diplom erworben werden (Kosten ca. 580,–/Semester).

Schwachstellen in der technischen Ausbildung sind vielfältig. So haben die meisten technischen Schulen nicht ausreichend Maschinen und Werkstoffe zur Ausbildung, somit sind die polytechnischen Schulen oftmals wieder Theorie-lastig. Strom ist ein weiterer Faktor, wie kann man z. B. Schweißer lernen, wenn die Bildungseinrichtung gar keinen Strom hat? Verbrauchsmaterialien sind ebenfalls zumeist knapp und werden vielfach mitgenommen.

Thema Sicherheit ist weiteres Thema. Kabel werden direkt in die Steckdosen gesteckt, anstatt Leitern werden Konstruktionen mit aufeinander gestellten Fässern, Brettern u.ä. improvisiert. Leider ist die Unfallquote auch nicht unerheblich.

Den Job selber in die Hand genommen hat diese Gruppe in Muyembe, Ostuganda. mit ein wenig Hilfe konnten sie Werkzeug kaufen. sie produzieren Holzprodukte und bilden junge Menschen aus.

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